Klerikales in allen Ecken | Trennung von Religion/Kirche und Staat
Ein Gastkommentar von Gottfried Walcher
Südtirol ist in Sachen Trennung von Religion/Kirche und Staat noch fast unendlich weiter zurück als Deutschland. Es stört mich kollosal – allein beim täglichen Blick in die “Dolomiten”, dass einem das Klerikale aus allen Ecken ins Auge sticht. Eine Tageszeitung ist für alle da, die gläubigen Christen haben ihr Sonntagsblatt. Die Religiösen, die ja sonst Bescheidenheit predigen, sollten bei sich anfangen und sich nicht auch noch in der Tagespresse ständig produzieren, aber leider gehört dieselbige ja ihnen und daher können sie aus dem Hintergrund alle Fäden ziehen und die sprichwörtliche Macht der Kirche ausüben.
Mit solidarischem Gruß
G. Walcher
Interessante Darstellung des “System Südtirol”
Ein Leser dieser Seiten hat uns via Kommentar auf eine interessante bildhafte Umsetzung des “System Südtirol” hingewiesen. Wir gehen davon aus, dass es im Sinne des Betreibers des Blogs www.oernen2020.blogspot.com ist, wenn wir das Bild auch hier wiedergeben.
Here it is:
Bei VW geht’s laut STOL rund – im wahrsten Sinne des Wortes
Wir haben sie stets für geometrische Grundfiguren gehalten. Bis wir heute STOL lasen. Einfach zaach, was Kreise so alles wissen…
Wo war das Brandenburger Tor gleich? – STOL weiß es. Na ja…
STOL berichtet ausführlich über den No-B-day. Und der hat bekanntlich nicht nur in Italien stattgefunden…
(Danke für die Zusendung, nmg!)
A Wahnsinn, was wir alles sind!
Tante Dolo sorgt für Regionalstolz
Ein Gastkommentar von Andreas Psenner
(mit freundlicher Genehmigung aus Pamstiddn Kings)
Naja, kein Wunder, Papst sind wir ja auch schon, denn die Mutter von Papst Benedikt XVI. ist bekanntlich gebürtige Südtirolerin …
Wessen “Ehre” muss denn hier geschützt werden?
Subject: Antwort: Leserbrief via www.stol.it
Date: Wed, 25 Nov 2009 12:28:22 +0100
Sehr geehrter Herr Schwalt,
wir haben Ihren Leserbrief erhalten, können ihn aber in der vorliegenden Form nicht veröffentlichen, weil einige darin enthaltene Aussagen beleidigend und ehrenrührig sein könnten.
Mit der Bitte um Verständnis grüßt Sie freundlich
B.T.
Leserbrief-Redaktion „Dolomiten“
Und hier der Stein des T.’schen Anstoßes:
Text: La legge é uguale per tutti
In den letzten Wochen wurden die deutschen Nationalsozialisten von den Behörden verhaftet, das ist auch gut so. Aber in den letzten Jahren hat sich in Bozen eine große faschistische Szene aufgebaut, unter anderem wird sie von der Veneto Fronte geleitet, eine paramilitärische Organisation, die offiziell als ?Kulturverein? gilt, aber intern wird das Mittel des Straßenkampfes angewandt, andersdenkende bedroht, oder auch getötet, wie im Falle Tomaselli vor ein paar Jahren in Bozen. Wir als Südtiroler Volk und die Medien können hier nicht wegsehen, ansonsten wird es später schlimme Folgen für uns haben. Ich schreibe diesen Leserbrief in der Hoffnung, dass die Medien auf dieses Problem aufmerksam werden und es öffentlich machen, im Sinne des friedlichen Zusammenlebens. Informationen über die Strukturen und Personen hinter der Organisation sind den Behörden bekannt, deswegen gibt es hier keine Ausreden. Die Devise heißt “Vorbeugen anstatt Nachweinen”!
Michael Schwalt
Südtirol – die ethnisch halbierte Wirklichkeit
Der am Institut für Politikwissenschaften der Universtität Innsbruck lehrende Südtiroler Professor Günther Pallaver hat sich im Laufe seiner mittlerweile langen wissenschaftlichen Karriere mit vielen Aspekten der Südtiroler Politik und Gesellschaft auseinandergesetzt und eine beachtliche Publikationsliste vorzuweisen.
Im Jahr 2006 ist im Studienverlag in Innsbruck der Sammelband “Die ethnisch halbierte Wirklichkeit – Medien, Öffentlichkeit und politische Legitimation in ethnisch fragmentierten Gesellschaften – Theoretische Überlegungen und Fallbeispiele aus Südtirol” erschienen, bei dem Professor Pallaver als Herausgeber und Mitautor fungiert.
Nach einem ersten Beitrag von Günther Pallaver (Demokratie und Medien in ethnisch fragmentierten Gesellschaft), auf den wir in den nächsten Tagen zurückkommen werden, und einem kurzen Aufsatz von Alexander Langer, den wir in diesem Forum bereits wiedergegeben haben, beschreibt Leo Hillebrand unter dem Übertitel “Getrennte Wege” die Entwicklung des ethnisch geprägten und folglich getrennten Mediensystems in Südtirol. Leo Hillebrand ist den Lesern dieses Forum kein Unbekannter. Von ihm stammt der kurze aber sehr fundierte Abriß der Geschichte des Medienhauses Athesia, den Sie ebenfalls auf diesem Forum finden.
Hillebrand beschränkt seine Analysen und Schlußfolgerungen im wesentlichen auf die beiden “großen” Tageszeitungen “Dolomiten” und “Alto Adige” und beschreibt eingangs kurz deren Werdegang im Nachkriegs-Südtirol. Eine Reihe von Faktoren, die Hillebrand in seinem Aufsatz systematisch beschreibt, begünstigten die Entwicklung der Athesia und deren medialen Flaggschiffs “Dolomiten”.
Hillebrand arbeitet schlüssig heraus, dass die Ausrichtung der beiden Zeitungen “Alto Adige” und “Dolomiten” von Anfang an Parteistellung in den ethnopolitischen Auseinandersetzungen einnahmen und sich als politische Organe ihrer Sprachgruppen verstanden. Dies war beim “Alto Adige” in den ersten Jahren weniger ausgeprägt, verschärfte sich aber Ende der Vierziger-Jahre massiv, als die Gründungsgenossenschaft durch ein Unternehmen abgelöst wurde, das in starke Abhängigkeit von politischen Stellen in Rom geführt wurde.
Scheinheiliger Aktionismus der “Dolomiten”
Am Tag vor den Volksabstimmungen hat die “Dolomiten” an den Kiosken einen Ankündigungszettel anbringen lassen, auf dem zu lesen stand, dass die “Dolomiten” des entsprechenden Tages “alle Empfehlungen und alle nützlichen Informationen” über die Volksabstimmungen bereithalte.
Nach eklatantem Versagen in der Informationsphase und einer nachgerade schamlosen Unterstützun zuerst des versuchten Totschweigens der Referenden und dann des perfiden Wahlverweigerungs- und Gegenargumentationskurses führender Vertreter der Sammelpartei, war der “Dolomiten”-Redaktion offensichtlich die selbst mitverschuldete Unsicherheit der WählerInnen Anlass genug, die Verkaufsauflage zu steigern.
Ein aufmerksamer Leser, dem wir für die Zusendung des unten stehenden Abbildes des “Dolomiten”-Werbeaushanges danken, hat die Gelegenheit beim Schopf ergriffen und Athesias Dreistheit kommentiert.
(zum Vergrößern anklicken)
Aus dem Archiv von Sprachrohr TV – Politik und Medien in Südtirol
Wie im vorhergehenden Artikel beschrieben, sammelt der Meraner Kurt Duschek mit seiner Videokamera Meinungen und veröffentlicht sie auf www.sprachrohr.tv. Wo ein blauer Rauch aufgeht, taucht Duschek auf, fragt und filmt.
Anfang Mai 2008 hat Kurt Duschek die Meinung von Georg Bauer zum Thema “Medien und Politik in Südtirol” aufgezeichnet.
(auf das Bild klicken, um zur Aussage von Georg Bauer zu gelangen)
Schon ein paar Tage vorher hatte Kurt Duschek am 28. April bei einer Feier auf Schloß Tirol Franz Pahl getroffen, der offenkundig unter dem Eindruck der schlechten Ergebnisse der SVP bei den soeben abgehaltenen Parlamentswahlen stand.
(was sagen Franz Pahl, Luis Durnwalder, Reinhold Messner, Michl Ebner zu diesem Thema?)
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